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Himmel erhebend,„welch ein Leben! Beſchimpfungen am Tage, Mörder bei Nacht!“
Da rief die Königin dem Kammerdiener zu:
„Laſſen Sie dieſen Menſchen los und öffnen Sie ihm die Thüre.“
„Aber, Madame..“ verſetzte die Kammerfrau.
„Ei! meine Liebe, hielte man ihn feſt, ſo würde er morgen von den Jacobinern im Triumphe umherge⸗ tragen.“
Man ließ den Menſchen los, der ein Toilettediener des Königs war.
Von dieſem Tage an hatte es der König dahin ge⸗ bracht, daß Jemand bei der Königin ſchlief.
Marie Antvinette hatte Madame Campan gewählt.
In der Nacht, welche auf die Proclamation der Gefahr des Vaterlands folgte, wachte Madame Campan gegen zwei Uhr Morgens auft ein Mondſtrahl drang, wie ein nächtliches Licht, wie eine befreundete Flamme, durch die Scheiben ein und brach ſich auf dem Bette der Königin, deſſen Tüchern er eine bläuliche Tinte gab.
Madame Campan hörte einen Seufzer: ſie begriff, daß die Königin nicht ſchlief.
„Eure Majeſtät leidet?“ fragte ſie leiſe.
„Ich leide immer, Campan,“ erwiederte Marie An⸗ toinette;„ich hoffe indeſſen, daß dieſes Leiden bald en⸗ digen wird.“
„Guter Gott! Madame,“ rief die Kammerfrau, „hat denn Eure Majeſtät abermals einen finſtern Ge⸗ danken?“
„Nein, im Gegentheil, Campan,“ antwortete die Königin.
Und ſie ſtreckte ihre bleiche Hand aus, welche im Reflexe des Mondſtrahles noch bleicher wurde, und ſprach mit einer tiefen Melancholie:
„In einem Monat wird dieſer Strahl uns frei und von unſern Feſſeln entbunden ſehen.“


