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beklagt, vorwerfen, Sie haben die Mißgeſchicke Frank⸗ reichs verurſacht.“ „Die Mißgeſchicke Frankreichs?“ verſetzte der Kö⸗ nig;„mir, behaupten Sie, werde man ſie vorwerfen?“ „Ja, Sire.“ „Gott iſt aber mein Zeuge, daß ich nur ſein Glück
„Ich bezweifle es nicht, Sire; Sie ſind jedoch Gott nicht nur für die Reinheit, ſondern auch für die erleuch⸗ tete Ausführung Ihrer Intentionen Rechenſchaft ſchuldig. Sie glauben die Religion zu retten: Sie vernichten ſie; die Prieſter werden umgebracht werden; Ihre zerbrochene Krone wird in Ihrem Blute, in dem ber Königin, in dem Ihrer Kinder vielleicht rollen, o mein König! mein König!“ rief Dumouriez.
Und er drückte faſt erſtickend ſeine Lippen auf die Hand, die ihm Ludwig XVI. reichte.
Da ſprach der König mit einer Heiterkeit und einer Majeſtät, der man ihn nicht hätte ſollen fähig halten:
„Sie haben Recht, ich bin auf den Tod gefaßt; und ich verzeihe ihn zum Voraus meinen Mördern Sithabemr mr hrt edent ich ſchätze Sie und weiß Ihnen Dank für Ihre Empfindſamkeit. Gott bee fohlen, mein Herr!“
Und raſch aufſtehend, zog ſich der König in eine Fenſtervertiefung zurück.
Dumonriez nahm langſam ſeine Papiere zuſammen, um Zeit zu haben, ſein Geſicht den Umſtänden anzupaſ⸗ ſen, und dem König Zeit zu laſſen, ihn zurückzurufen. Dann wandte er ſich mit kleinen Schritten nach der Thüre, bereit, auf das erſte Wort, das ihm der König ſagen würde, zurückzukommen; doch dieſes erſte Wort war zu⸗ gleich das letzte.
„Gott befohlen, mein Herr! ſeien Sie glücklich!“ ſagte der König.
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