Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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249 gerichtet und handle von den einem Miniſter ſchuldigen Rückſichten.

Eine ſolche Feſtigkeit war gemacht, um die Zuhörer von Dumouriez im höchſten Grade zu erbittern, wären ſie ſelbſt in einer minder reizbaren Stimmung des Gei⸗ ſtes geweſen.

„Hört Ihr ihn?“ rief Guadet;„er glaubt ſich ſchon ſo ſicher der Macht, daß er uns Rathſchläge zu geben wagt!“

„Warum nicht?“ erwiederte ruhig Dumouriez, indem er ſich gegen den Unterbrecher umwandte.

Wir haben vor langer Zeit ſchon geſagt, das Klügſte in Frankreich ſei der Muth: der Muth von Dumouriez imponirte ſeinen Gegnern; man ſchwieg oder man wollte wenigſtens hören, und man horchte.

Die Denkſchrift war verſtändig, lichtvoll, geſchickt berechnet: ſo ſehr man gegen den Miniſter eingenommen war, bei zwei Stellen klatſchte man Beifall.

Lacuée, der Mitglied des Militär⸗Ausſchuſſes war, beſtieg die Tribune, um Dumouriez zu antwerten; da rollte dieſer ſeine Denkſchrift zuſammen und ſteckte ſie ruhig in die Taſche.

Die Girondiſten ſahen die Bewegung; Einer von ihnen rief:

„Seht Ihr ihn, den Verräther? Er ſteckt ſeine Denkſchrift wieder in die Taſche; er will ſich mit ſeiner Denkſchrift aus dem Staube machen... Halten wir ihn zurück! dieſes Stück wird zu ſeiner Beſchämung dienen.“

Dumouriez, der nicht einen Schritt gegen die Thüre gemacht hatte, zog aber auf dieſes Geſchrei ſeine Denk⸗ ſchrift wieder aus der Taſche und übergab ſie dem Huiſſier.

Ein Secretär ſtreckte ſogleich die Hand danach aus und ſuchte, nachdem er ſie erhalten, die Unterſchrift.