Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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den. So lange Herr Dumouriez durch angenſcheinliche Proben von Patriotismus und beſonders durch dem PVaterlande geleiſtete wirkliche Dienſte beweiſen wird, daß er der Bruder der guten Bürger und der Verthei⸗ diger des Volkes iſt, wird er hier nur Stützen haben; ich fürchte nicht für dieſe Geſellſchaft die Gegenwart ei⸗ nes Miniſters, doch ich erkläre, daß ich in dem Augen⸗ blick, wo ein Miniſter hier mehr Gewicht hätte, als ein Bürger, ſeine Vertreibung verlangen würde. Es wird nie ſo ſein!

Und unter allgemeinem Beifallklatſchen ſtieg der herbe Redner von der Tribune; doch eine Falle harrte ſeiner auf der erſten Stufe.

Begeiſterung heuchelnd, war Dumouriez mit offenen Armen da.

Tugendhafter Robespierre! rief er,unbeſtechlicher Bürger, erlaube, daß ich Dich umarme.

Und trotz der Gegenanſtrengungen des Erdeputirten von Arras drückte er dieſen an ſein Herz.

Man ſah nur den Act, der in Erfüllung ging, und nicht den Widerwillen, mit dem ihn Robesplerre in Er⸗ füllung gehen ließ⸗

Der ganze Saal brach aufs Neue in einen Bei⸗ fallsſturm aus.

Komm, ſagte leiſe Dumvuriez zu Briſſot,die Komödie iſt geſpielt! Ich habe die rothe Mütze aufge⸗ ſetzt und Robespierre nmarmt: ich bin für heilig und unverletzlich erklärt.

Und er erreichte wirklich unter den Hurrahs des Saales und der Tribunen die Thüre.

An der Thüre wechſelte ein junger Mann, bekleidet mit der Würde eines Huiſſier, mit dem Miniſter einen raſchen Blick und einen noch raſcheren Händedruck.

Dieſer junge Mann war der Herzog von Chartres.

Es hatte eif Uhr Abends geſchlagen. Briſſot führte