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nem Platze aus.„Kommt Dumouriez als Miniſter hier⸗ her, ſo iſt ihm nichts zu antworten; kommt er als Mit⸗ glied und als Bruder, ſo thut er nur ſeine Pflicht und ſtellt ſich auf das Niveau ſeiner Meinungen; wir haben ihm alſo nur eine Antwort zu geben: er handle, wie er geſprochen hat!“
Dumouriez machte mit der Hand ein Zeichen, wel⸗ ches beſagen wollte:„So habe ich es verſtanden!“
Da erhob ſich Robespierre mit ſeinem ſtrengen Lä⸗ cheln; man begriff, daß er nach der Tribune gehen wollte, und trat auf die Seite, daß er ſprechen wollte, und ſchwieg.
Nur war dieſes Stillſchweigen im Vergleiche mit dem, welches Dumouriez empfangen hatte, ſanft und ſammetartig.
Er beſtieg die Tribune und ſprach mit ſeiner ge⸗ wöhnlichen Feierlichkeit:
„Ich gehöre nicht zu denjenigen, welche es für durch⸗ aus unmöglich halten, daß ein Miniſter Patriot iſt, und ich nehme ſogar mit Vergnügen die Vorzeichen an, die uns Herr Dumouriez gibt. Wird er dieſe Vorzeichen er⸗ füllt, wird er die gegen uns durch ſeine Vorgänger und die Verſchworenen, die noch heute die Regierung leiten, trotz der Austreibung einiger Miniſter, bewaffneten Feinde gebändigt haben, dann werde ich erſt geneigt ſein, ihm Lobſpenden zuzuerkennen; aber ſelbſt daun werde ich nicht denken, jeder gute Bürger dieſer Geſellſchaft ſei nicht ſeines Gleichen: das Volk allein iſt groß, iſt allein ver⸗ ehrungswürdig in meinen Augen; die Klappern der mini⸗ ſteriellen Macht verſchwinden vor ihm. Aus Achtung vor dem Volke, vor dem Miniſter ſelbſt, verlange ich, daß man ſeinen Eintritt hier nicht durch Huldigungen be⸗ zeichne, welche vom Verfalle des öffentlichen Geiſtes zeu⸗ gen würden. Er fordert von uns Rathſchläge: ich ver⸗ ſpreche für meinen Theil, ihm Rathſchläge zu geben, welche ihm und der öffentlichen Sache nützlich ſein wer⸗


