Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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der Heimath der Wohlgerüche und des Miſtrals*), hatte er die heftigen plötzlichen Zornausbrüche dieſes Rieſen der Luft, der mit demſelben Hauche die Felſen entwur⸗ zelt und die Roſen entblättert; ſeine unbekannte Stimme brach los wie einer von jenen unerwarteten Donnern der erſten Gewitter des Sommers: beim erſten Tone dieſer Stimme ſchauerte die ganze Verſammlung, die Zerſtreuteſten ſchauten empor, und Jedermann war, be⸗ bend wie Kain bei der Stimme Gottes, im Begriffe, zu fragen:„Sprichſt Du mit mir, Herr?“

Man hatte ihn unterbrochen.

„Ich frage,“ rief er,„ich frage die Verſammlung, Frankreich, die Welt,— Sie, mein Herr!...

Und er bezeichnete den Unterbrecher.

„Ich frage, ob Einer da iſt, der, in gutem Glau⸗ ben und in der geheimen Zuſtimmung ſeines Gewiſſens behaupten will, die emigrirten Prinzen conſpiriren nicht gegen das Vaterland... Ich frage zweitens, ob Einer in dieſer Verſammlung iſt, der zu behaupten wagt, jeder Renſch, der conſpirire, müſſe nicht ſchleunigſt angeklagt, verfolgt und beſtraft werden.

„Iſt Einer da, ſo ſtehe er auf.“

„Man hat Ihnen geſagt, die Milde ſei die Pflicht der Stärke, gewiſſe Mächte ſetzen ihre Truppen auf den Friedensfuß; und ich, ich ſage Ihnen, daß wir wachen müſſen, daß der Deſpotismus und die Ariſtokratie weder Ruhe noch Raſt haben, und daß die Nationen, wenn ſie einen Augenblick einſchlafen, gefeſſelt wiedererwachen. Das am Wenigſten verzeihliche Verbrechen iſt das, wel⸗ ches zum Zwecke hat, den Menſchen zur Sklaverei zurück⸗ zuführen. Wäre das Feuer des Himmels in der Gewalt der Menſchen, ſo müßte man diejenigen damit ſchlagen, welche ſich an der Freiheit der Völker vergreifen.“

*) Nordweſtwind.