162
forderte von ihnen den Bürgereid.— Den Bürgereid von Menſchen, die ſich außerhalb Frankreich, gegen Frankreich bewaffnet, aufhielten!
Da erhoben ſich zwei Repräſentanten, von denen der Eine der Barnave, der Andere der Mirabeau dieſer Verſammlung wurden: Vergniand, Isnacd.
Vergniaud, eine von den poetiſchen, zarten, ſympa⸗ thetiſchen Erſcheinungen, wie ſie die Revolutionen nach ſich ziehen, war ein Kind der fruchtbaren Limoges, ſanſt, mehr liebreich, als leidenſchaftlich, gut und glücklich ge⸗ boren, ausgezeichnet durch Turgot, den Intendanten des Limouſin, und von ihm in die Schule von Bordeaux ge⸗
ſchickt; ſeine Rede war weniger herb, weniger mächtig, als die von Mirabean; aber, obſchon von den Griechen
inſpirirt und ein wenig mit Mythologie überladen, we⸗ niger weitſchweifig, weniger rabuliſtiſch, als die von Bar⸗ nave. Was den fortdauernd lebendigen, einflußreichen Theil ſeiner Beredtſamkeit bildete, das war die menſch⸗ liche Note, die ewig darin vibrirte; in der Verſammlung, unter den glühenden und erhabenen Zornausbrüchen der Tribunen, hörte man immer aus ſeiner Bruſt den Aus⸗ druck der Natur oder des Mitleids hervorſpringen; das Haupt einer erbitterten, heftigen, ſtreitſüchtigen Partei, ſchwebte er immer ruhig und würdig über der Lage⸗ ſeibſt wenn die Lage tödtlich war; ſeine Feinde nannten ihn nnentſchieden, weich, zuweilen indolent; ſie fragten, wo ſeine Seele ſei, welche abweſend zu ſein ſchien; ſie hat⸗ ten Recht: ſeine Seele wohnte nur in ihm, wenn er eine Anſtrengung machte, um ſie in ſeine Bruſt zu feſ⸗ ſeln; ſie irrte umher auf den Lippen, ſie zeigte ſich durch⸗ ſcheinend in den Augen, ſie vibrirte in der Harfe der ſchönen, der guten, der reizenden Candeille.
Isnard,— ganz das Gegentheil von Vergniaud, der gewiſſer Maßen ihre Ruhe,— Isnard war der Zorn der legislativen Verſammlung. Geboren in Graſſe,
2
Fr
ber bel get
M ver


