Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Er hieß Herr von Roſély.

Lescuyer hatte nicht Zeit gehabt, zu ſchreiben; hätte er auch Zeit gehabt, ſein Zettel wäre nicht geleſen wor⸗ den: es herrſchte ein zu großer Tumult.

Doch mitten unter dieſem Tumulte gewahrte Les⸗ cuher hinter dem Altar eine kleine Ausgangsthüre; er⸗ reichte er dieſe Thüre, ſo war er vielleicht gerettet!

Er raffte ſich auf und ſtürzte in dem Augenblick fort, wo man ihn vom Schrecken niedergeworfen glaubte.

Lescuyer war nahe daran, die Thüre zu erreichen; die Mörder waren unverſehens berückt worden; doch am Fuße des Altars verſetzte ihm ein Taffetarbeiter einen ſo furchtbaren Stockſtreich auf den Kopf, daß der Stock zerbrach.

Lescuyer ſiel betäubt nieder, wie ein Ochs unter dem Schlagbeile fällt.

Er rollte gerade dahin, wo man ihn haben wollte: an den Fuß des Altars.

Sodann, während die Weiber, um dieſe Lippen zu beſtrafen, welche die revolutionäre Blasphemie:„Es lebe die Freiheit!“ ausgeſprochen, ihm die Lippen zerſchnitten, tanzten ihm die Männer auf dem Bauche und zermalm⸗ ten ihn wie den heiligen Stephan mit Steinwürfen.

Mit ſeinen blutigen Lippen rief Lescuyer:

„Guade, meine Brüder! im Namen der Menſchlich⸗ keit, meine Schweſtern! bewilligt mir den Tod!“

Das heißt zu viel verlangen: man verurtheilte ihn, ſeinen Todeskampf zu durchleben.

Er dauerte bis zum Abend.

Der Unglückliche koſtete den ganzen Tod!

Das waren die Nachrichten, welche der geſetzgeben⸗ den Verſammlung als Antwort auf die philanthropiſche Rede von Fauchet zukamen.

Allerdings kam zwei Tage nachher eine andere Kunde.