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tung der Chronikſchreiber jener Zeit der Chriſtenheit mehr koſtete, als das heilige Land.
Der Papſt erfüllte ſeine Verſprechen eines nach dem andern. Dieſer Papſt, den Philipp gemacht, war ſein Papſt, eine Art von Henne mit goldenen Eiern, die er Morgens und Abends legen ließ, und der er ihren Bauch zu öffnen drohte, wenn ſie nicht legte.
Jeden Tag nahm er, wie der Kaufmann von Ve⸗ nedig, ſeinem Gläubiger ein Pfund Fleiſch von dem Gliede, das ihm beliebte.
Endlich, nachdem Bonifaz VIII. als Ketzer und fal⸗ ſcher Papſt erklärt worden, nachdem der König des Kir⸗ chenbannes entbunden worden, nachdem die Zehenten der Geiſtlichkeit auf fünf Jahre bewilligt und zwölf dem König ergebene Männer zu Cardinäken ernannt waren, nachdem die Bulle von Bonifaz VIII, welche Philipp dem Schönen den Beutel der Geiſtlichkeit verſchloß, wi⸗ derrufen, der Templer-Orden aufgelöſt und die Tempel⸗ herren in Verhaft genommen waren,— geſchah es, daß am 1. Mai 1308 Kaiſer Albrecht von Oeſterreich ſtarb.
Da hatte Philipp der Schöne den Gedanken, ſeinen Bruder Karl von Valois zum Kaiſer wählen zu laſſen.
Clemens V. ſollte abermals manveuvriren, um die⸗ ſes Reſultat herbeizuführen.
Die Knechtſchaft des Verkauften währte fort; ge⸗ ſattelt und gezäumt, ſollte die arme Seele von Bertrand de Got vom König von Frankreich bis in die Hölle ge⸗ ritten werden.
Sie hatte endlich die Velleität, ihren furchtbaren Reiter abzuwerfen.
Clemens V. ſchrieb oſtenſibel zu Gunſten von Karl von Valvis, insgeheim gegen ihn.
Von dieſem Augenblicke an mußte er darauf bedacht ſein, ſich aus dem Königreiche zu entfernen; das Leben des Papſtes war um ſo weniger in Sicherheit auf dem„
Die Gräfin von Charny. VI. 10


