Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Warum ſagen Sie das nicht dem König, Herr Gilbert? fragte die Königin erſchüttert.

Ei! mein Gott! ich ſage es ihm, doch wie Sie die Ihren haben, ſo hat er ſeine böſen Geiſter, welche wieder zerſtören, was ich gemacht habe.

Dann mit tiefer Schwermuth:

Sie haben Mirabeau gebraucht, Sie gebrauchen

arnave; Sie werden nach ihnen und wie ſie mich ge⸗ brauchen, und Alles wird abgemacht ſein!

Herr Gilbert, ſprach die Königin,erwarten Sie mich hier.. ich gehe einen Angenblick zum König und komme wieder.

Gilbert verbengte ſich; die Königin ging an ihm vorüber und entfernte ſich durch die Thüre, welche zum König führte.

Der Doctor wartete zehn Minuten, eine Viertel⸗ ſtunde, eine halbe Stunde; endlich öffnete ſich eine Thüre, jedoch der gegenüber, durch welche die Königin wegge⸗ gangen war.

Es war ein Huiſſier, der, nachdem er ängſtlich nach allen Seiten geſchaut hatte, auf Gilbert zuging, ein Freimaurerzeichen machte, ihm einen Brief übergab und ſich wieder entfernte..

Gilbert öffnete den Brief und las:

Du verlierſt Deine Zeit, Gilbert; in dieſem Au⸗ genblick hören der König und die Königin Herrn von Breteuil, der von Wien kommt und ihnen folgenden po⸗ litiſchen Plan bringt.

Es mit Barnave machen wie mit Mi⸗ rabeau; Zeit gewinnen, die Conſtitution beſchwören, ſie buchſtäblich vollziehen, um

zu zeigen, daß ſie unausführbar iſt. Frank⸗ reich wird erkalten, ſich langweilen; die Franzoſen haben einen leichten Sinn, es wird eine neue Mode entſtehen, und die Frei⸗ heit wird vorübergehen. Die Gräfin von Charny. VI. 3

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