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„Doch es genügt nicht, daß man ſagt:„„Republik!““ Venedig war auch Republik. Man muß eine nationale Gemeinſchaft, eine nationale Regierung haben. Ver⸗ ſammelt das Volk im Angeſichte der Sonne; verkündigt, das Geſetz allein ſei ſouverän. Schwöret, es werde all⸗ ein herrſchen. Es gibt keinen Freund der Freiheit auf der Erde, der den Schwur nicht wiederholt!“
amille Desmoulins war auf einen Stuhl im Pa⸗ lais Royal, das heißt auf dem gewöhnlichen Schauplatze ſeiner oratoriſchen Heldenthaten, geſtiegen und hatte geſagt:
„Meine Herren, es wäre ein Unglück, wenn dieſer treuloſe Menſch zu uns zurückgebracht würde. Was wür⸗ den wir mit ihm machen? Er käme, wie Thereſites, und vergöße vor uns jene fetten Thränen, von denen Homer ſpricht. Bringt man ihn zu uns zurück, ſo mache ich die Motion, ihn, mit dem rothen Taſche che auf dem Kopf, drei Tage dem öffentlichen Gels auszuſtellen und ſodann etapenweiſe nach den Grenzen zu führen.“
Von allen dieſen Vorſchlägen, geſtehen wir es, war der des furchtbaren Kindes, das man Camille Desmon⸗
lins nennt, nicht der tollſte. Noch ein Wort, welches ziemlich gut das allgemeine
Gefühl ſchildern wird; Dumont ſagt es, ein von Eng⸗
land penſitonirter Genfer, folglich ein Mann, der durchaus nicht der Parteilichkeit für Frankreich verdächtig iſt: „Das Volk ſchien von einer erhabenen Weisheit in⸗ ſpirirt. Eine große Verlegenheit iſt abgereiſt, ſagte es heiter; hat uns aber der König verlaſſen, ſo bleibt die
Nation; es kann eine Nation ohne König leben, aber
kein König ohne Nation.“ Man ſieht, daß unter Allem dem das Wort Repu⸗ blik nur von Bonneville ausgeſprochen worden iſt: we⸗ der Briſſon, noch Dauton, noch Robespierre, noch ſogar Pétion wagen es, dieſes Wort in den Mund zu nehmen; es erſchreckt die Condeliers, es entrüſtet die Jacobiner.


