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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Von da an wird das Leben von Roland ein Leben der Studien, der Arbeiten. Die Oekonomie iſt ſeine Muße, der Handel ſein inſpirirender Gott; er reiſt, er ſammelt, er ſchreibt, er verfaßt Denkſchriften über die Zucht der Heerden, Theorien über die mechaniſchen Künſte, er ſchreibt Briefe aus Sicilien, Italien, Malta, den franzöſiſchen Finanzmann und die anderen ſchon von uns angeführten Werke, die er ſeine Frau copiren läßt, welche er, wie geſagt, im Jahre 1780 ge⸗ heirathet hat; vier Jahre nachher macht er mit ihr eine Reiſe nach England; bei ſeiner Rückkehr ſchickt er ſie nach Paris, wo ſie um einen Adelsbrief ſolicitiren und die Inſpection von Lyon ſtatt der von Rouen verlangen ſoll; bei der Inſpection glückt es ihr, beim Adel aber ſcheitert ſie. Roland iſt nun in Lyon und unwillkürlich bei der Volkspartei, zu der ihn übrigens ſeine Inſtincte und ſeine Ueberzeugungen hintreiben. Er verſieht die Functionen des Handels⸗ und Manufacturen⸗Inſpectors der Generalität von Lyon zur Zeit, da die Revolution ausbricht, und bei dieſer neuen, wiedergebärenden Mor⸗ genröthe fühlen er und ſeine Frau in ihrem Herzen die ſchöne Pflanze mit den goldenen Blättern und der de⸗ mantenen Blüthe keimen, die man die Begeiſterung nennt. Wir haben geſehen, wie Madame Roland den Bericht über das Feſt am 30. Mai ſchrieb, wie das Journal, das denſelben veröffentlichte, ſechzigtanſend Exemplare davon abzog und wie jeder Nationalgarde, der in ſeinen Flecken oder in ſeige Stadt zurückkehrte, einen Theil von der Seele von Madame Roland mitnahm.

Und da das Journal nicht unterzeichnet iſt, da der Bericht nicht unterzeichnet iſt, ſo kann Jeder denken, die Freibeit ſelbſt habe, auf die Erde herabgeſtiegen, einem unbekannten Propheten den Bericht des Feſtes dictirt, wie ein Engel das Evangelium dem heiligen Johannes dictirte.

Die beiden Gatten waren hier, voll Glauben⸗ voll