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Per Lamzenſtich.—
Nach einigen Secunden meldete der Kammerdiener den Grafen von Charny, und dieſer erſchien im Thür⸗ rahmen, beleuchtet vom goldenen Reflexe eines Strahls der untergehenden Sonne.
Er hatte auch, wie die Königin, die Zeit, welche ſeit ſeiner Rückkehr ins Schloß verlaufen war, dazu verwendet, die Spuren dieſer langen Reiſe und des furchtbaren Kampfes, den er bei ſeiner Ankunft ausge⸗ halten, verſchwinden zu machen.
Er hatte ſeine alte Uniform, das heißt das Coſtume eines Fregatten⸗Kapitäns mit den rothen Revers und dem Spißenjabot wieder angezogen.
Das war daſſelbe Coſtume, welches er an dem Tage trug, wo er die Königin und Andrée von Taverney auf dem Platze des Palais⸗Royal traf, und wo er Beide, nachdem er ſie zu einem Fiacre geführt, nach Verſailles zurückgeleitete.
Rie war er ſo elegant, ſo ruhig, ſo ſchön geweſen, und die Königin, als ſie ihn erblickte, konnte kaum glau⸗ ben, es ſei dies derſelbe Mann, der eine Stunde vorher vom Volke beinahe in Stücke zerriſſen und zerhauen worden wäre.
„Oh! mein Herr,“ rief die Königin,„man mußte Ihnen ſagen, wie ſehr ich um Sie beſorgt war, und wie ſch nach allen Seiten ſchickte, um mich nach Ihnen erkun⸗ digen zu laſſen.“
„Ja, Madame,“ erwiederte Charny ſich verbeugend; „doch glauben Sie mir, ich bin nicht in meine Wohnung


