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Bei dieſen letzten Worten von Madame Campan überzog eine ſolche tödtliche Bläſſe das Geſicht der Kö⸗ nigin, daß die Kammerfrau, im Glauben, dieſe Bläſſe rühre von der Furcht her, es ſei dem Grafen Unglück widerfahren, ausrief:
„Oh! Ihre Majeſtät darf nicht an der Rettung von Herrn von Charny verzweifeln; die Königin weiß, daß die Gräfin Charny in Paris wohnt, und vielleicht hat ſich der Graf zü ſeiner Frau geflüchtet.“
Gerade dieſer Gedanke war Marie Antoinette ge⸗ kommen und hatte ſie ſo gräßlich erbleichen gemacht.
Sie ſprang aus dem Bade und rief:
„Kleiden Sie mich an, Campan! kleiden Sie mich raſch an! ich muß durchaus wiſſen, was aus dem Gra⸗ fen geworden iſt!“
Aus welchem Grafen?“ fragte Frau von Miſery eintretend.
„Aus dem Grafen von Charny!“ rief die Königin.
„Der Graf von Charny iſt im Vorzimmer Ihrer Majeſtät und bittet um die Ehre einer kurzen Unter⸗ redung mit ihr, ſagte Frau von Miſery.
„Ah!“ murmelte die Königin,„er hat alſo ſein Wort gehalten!“
Die zwei Frauen ſchauten einander an, denn ſie wußten nicht, was die Königin ſagen wollte, welche keuchend, unfähig, ein Wort mehr zu ſprechen, ihnen durch einen Wink bedeutete, ſie ſollen ſich beeilen.
Nie war eine Toilette raſcher beendigt. Allerdings beſchränkte ſich Marie Antoinette darauf, ihre Haare, die ſie, um den Staub herauszubringen, mit einem wohlrie⸗ chenden Waſſer hatte waſchen laſſen, einfach zu drehen und über ihr Hemd ein weites Gewand von weißer Mouſſeline anzuziehen.
Als ſie in ihr Zimmer zurückkam und den Grafen einzuführen befahl, war ſie ſo weiß wie ihr
ewand.


