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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ſchicklich und lächerlich findet, ſich gezwungen zu ſehen, die Thüre ihres Badezimmers und die ihres Schlafzimmers offen zu laſſen, die Schildwachen um Erlanbniß bittet, dieſe Thüren ſchließen zu dürfen!

Ah! Herr Jonrnaliſt, Sie haben mir ganz den Anſchein, als äßen Sie Huhn nur an den vier großen Feſttagen des Jahrs, als hätten Sie keine Kinder, als nähmen Sie kein Bad, und als gingen Sie in Ihre Loge der Rationalverſammlung mit durchlöcherten Schuhen!

Auf die Gefahr des Aergerniſſes, das die Sache bereiten könnte, bekam die Königin ihr Bad, und ſie wie geſagt, dahin, daß die Thüre geſchloſ⸗ en blieb.

Die Schildwache verfehlte auch nicht, Madame Cam⸗ pan eine Ariſtokratin zu nennen, in dem Angenblick, wo ſie, nachdem ſie Erkundigungen eingezogen, in das Badezimmer zurückkehrte.

Die Nachrichten waren nicht ſo unglücklich, als man hätte glauben ſollen.

Bei ihrer Ankunft an der Barridre hatten Charny und ſeine zwei Gefährten einen Plan entworfen: dieſer Plan hatte zum Zwecke, einen Theil der Gefahren, welche der König und die Königin liefen, dadurch abzu⸗ lenken, daß ſie dieſelben ſich zuziehen würden. Dem zu Folge wurde verabredet, daß ſich, ſobald der Wagen an⸗ gehalten, der Eine rechts werfen ſollte, der Andere links, und der, welcher die Mitte inne hatte, vorwärts; auf dieſe Art würde man die Schaar der Mörder theilen, und, indem man ſie nöthigte, drei entgegengeſetzte Fährten zu verfolgen, drei verſchiedene Jagden herbei⸗ führen; vielleicht bliebe dann ein Weg, auf welchem der König und die Königin frei das Schloß erreichen würden.

Der Wagen hielt, wie wir wohl erwähnt, über dem erſten Baſſin, bei der großen Terraſſe des Schloſſes, an. Die Haſt der Mörder war ſo groß, daß zwei derſelben, indem ſie dem Wagen entgegenſtürzten, ſich ſchwer ver⸗