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ſelbſt vor die Thüre ihres Ankleidecabinets, ſelbſt vor die ihres Badezimmers Schildwachen geſtellt.
Die Königin brachte es mit großer Mühe dahin, daß dieſe Thüre geſchloſſen bleiben ſollte, während ſie ihr Bad nehmen würde.
Was Prud'homme in ſeinein Jonrnal Revolutions de Paris ſagen ließ:
„Einige gute Patrioten, in denen das Gefühl des Königthums nicht das des Mitteids erſtickt hat, ſchienen beſorgt über den moraliſchen und phyſiſchen Zuſtand von Ludwig XVI. und ſeiner Familie nach einer ſo unglück⸗ lichen Reiſe, wie es die von Sainte⸗Menehould war.
„Sie mögen ſich beruhigen! Unſer Ehem aliger befand ſich am Samſtag Abend, da er in ſeine Gemä⸗ cher zurückkam, nicht mehr unwohl, als bei der Heim⸗ kehr von einer ermüdenden Jagd; er verſchlang wie ge⸗ wöhnlich ſein Huhn. Am andern Tage, nach Beendi⸗ gung ſeines Mittagsmahles, ſpielte er mit ſeinem Sohne.
„Was die Mutter betrifft, ſie nahm ein Bad bei ihrer Ankunft; es war ihr erſter Befehl, daß ſie Schuhe verlangte, wobei ſie gefliſſentlich zeigte, die von ihrer Reiſe ſeien durchlöchert; ſie benahm ſich ſehr leicht gegen die ihrer Bewachung vorgeſetzten Officiere, fand es lächerlich und unſchicklich, daß ſie ſich gezwungen ſehe, die Thüre ihres Badezimmers und die ihres Schlafzimmers offen zu laſſen.“
Seht doch das Ungeheuer, das die Schändlich⸗ keit begeht, bei ſeiner Ankunft ein Huhn zu eſſen und am andern Tage mit ſeinem Sohne zu ſpielen!
Seht doch dieſe Sybaritin, die ein Bad nach fünf Tagen im Wagen und drei Nächten im Wirths⸗ hauſe nimmt!
Seht doch die Verſchwenderin, welche Schuhe verlangt, weil die von ihrer Reiſe durchlöchert ſind!
Seht doch die Meſſalina, welche, da ſie es un⸗
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