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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Kieſelſteinen, auf denen ſie gegangen, durchlöchert worden, und ihre ganze Perſon war mit Staub bedeckt.

Sie verlangte andere Schuhe und ein Bad.

Barnave war zweimal da geweſen, um ſich nach ihr zu erkundigen.

Als ſie ihr dieſen Beſuch meldete, ſchante Madame Campan die Königin mit Erſtaunen an.

Sie werden ihm freundlichſt danken, ſagte Marie Antoinette.

Madame Campan ſchaute ſie noch mehr erſtaunt an.

Wir haben große Verbindlichkeiten gegen dieſen jungen Mann, Madame, ſprach die Königin, die ſich wider ihre Gewohnheit herbeiließ, eine Erklärung ihres Gedankens zu geben.

Mir ſchien aber, Herr Barnave ſei ein Demokrat, ein Menſch aus dem Volke, dem alle Mittel gut gewe⸗ ſen, um dahin zu gelangen, wo er nun iſt, wagte die Kammerfrau zu bemerken. 16

Alle Mittel, die das Talent bietet, ja, Madame, das iſt wahr, verſetzte die Königin;aber behalten Sie wohl, was ich Ihnen ſagen werde: ich entſchuldige Bar⸗ nave; ein Gefühl des Ehrgeizes, das ich nicht zu tadeln vermöchte, hat ihn Alles das beklatſchen laſſen, was den Weg zum Ruhme für die Claſſe ebnete, in der er ge⸗ boren iſt. Keine Verzeihung für die Adeligen, die ſich in die Revolution geworfen haben! Kehrt aber die Macht wieder in unſere Hände zurück, ſo iſt Barnave die Verzeihung zum Voraus bewilligt. Gehen Sie und ſuchen Sie Rachricht über die Herren von Valory und von Malden zu erhalten.

Das Herz der Königin fügte dieſen zwei Namen den des Grafen bei, doch ihre Lippen weigerten ſich. ihn auszuſprechen.

Man meldete ihr, das Bad ſei bereit.

Während der Zeit, die ſeit dem Beſuche der Köni⸗ gin beim Dauphin verlaufen war, hatte man überallhin