Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Jahre im Dienſte; ſie hat mich ausgeſteuert und ver⸗ heirathet; ich habe ſie bedient, als ſie mächtig war; heute iſt ſie unglücklich, ſoll ich ſie verlaſſen?“

„Sie hat Recht!“ rief das Volk;„Soldaten, laßt ſie paſſiren.“

Und auf dieſen Befehl, gegeben von dem Herrn, dem man nicht widerſteht, öffneten ſich die Reihen, und die Frauen gingen vorbei.

Einen Augenblick nachher konnte ſie die Königin ihre Taſchentücher im erſten Stocke ſchwingen ſehen.

Und mittlerweile rollte der Wagen immer weiter und trieb eine Volksmenge und eine Staubwolke vor ſich her, wie ein Schiff, das ſich dem Sturme überläßt, die Wellen des Oceans und eine Schaumwolke vor ſich her⸗ treibt, und dieſe Vergleichung iſt um ſotreffender, als nie Schiffbrüchige von einem Meere bedroht waren, das ſo brauſend und ſo ſtürmiſch wie das, welches ſich anſchickte, die unglückliche Familie in dem Augenblick zu verſchlin⸗ gen, wo ſie es verſuchen würde, dieſe Tuilerien zu er⸗ reichen, die für ſie das Geſtade waren.

Endlich hielt der Wagen an. Man war zu den Stufen der großen Terraſſe gekommen.

„Oh! meine Herren,“ ſagte abermals die Königin, diesmal jedoch, indem ſie ſich an Pétion und Barnave wandte,„die Gardes du corps! die Gardes du corps!“

„Sie haben mir Niemand ganz beſonders unter die⸗ ſen Herren zu empfehlen?“ fragte Barnave.

Die Königin ſchaute ihn mit ihren klaren Augen feſt an und erwiederte:

„Niemand.“

Und ſie verlangte, der König und ihre Kinder ſoll⸗ ten zuerſt aus dem Wagen gehen.-

Die zehn Minuten, welche nun verliefen, waren,— wir nehmen die nicht aus, die ſie auf das Blutgerüſte führten,— ſicherlich die grauſamſten ihres Lebens.

Sie war überzeugt, nicht daß ſie ermordet werden

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