Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Mitten unter dieſem gräßlichen Schauſpiel hätten übrigens einige Epiſoden den König und die Königin tröſten können, wäre der Ausdruck des Guten ſo leicht zu ihnen gekommen, als der Ausdruck des Böſen zu ihnen gelangte.

Trotz des Anſchlagzettels, der den König zu grüßen verbot, entblößte Herr Guilhermy, ein Mitglied der Rationalverſammlung, das Haupt, als der König vorüber⸗ kam, und als man ihn zwingen wollte, ſeinen Hut wie⸗ der aufzuſetzen, warf er ihn fern von ſich und ſagte:

„Man verſuche es, ihn mir wiederzubringen.“

Beim Eingange der Brücke fand man zwanzig Depu⸗ tirte, welche die Rationalverſammlung abgeſandt hatte, um den König und die königliche Familie zu beſchützen.

Dann kam Lafayette mit ſeinem Generalſtabe.

Lafayette ritt an den Wagen.

„O! Herr von Lafayette,“ rief die Königin, ſobald ſie ihn erblickte,„retten Sie die Gardes du corps.

Dieſer Ruf war nicht unnöthig, denn man näherte ſich einer großen Gefahr.

Während dieſer Zeit ereignete ſich eine Scene, der es nicht an Poeſie gebrach, vor den Thoren des Schloſſes.

Fünf bis ſechs Frauen der Königin, welche nach der Flucht ihrer Gebieterin die Tuilerien verlaſſen hatten, weil ſie geglaubt, die Königin ſelbſt habe ſie auf immer verlaſſen, wollten in das Schloß zurückkehren, um ſie zu empfangen.

„Zurück!“ riefen die Schildwachen, indem ſie ihnen die Spitze ihrer Bajonnete entgegenſtreckten.

„Sklavinnen der Oeſterreicherin!“ brüllten die Poiſ⸗ ſarden. Und ſie wieſen ihnen die Fäuſte.

Da machte durch die Bajonnete der Soldaten, den Drohungen der Weiber der Halle trotzend, die Schwe⸗ ſter von Madame Campan ein paar Schritte vorwärts und ſprach:

„Ich bin bei der Königin ſeit meinem fünfzehnten

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