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Doch es gab Momente, wo dieſer paſſive Gehor⸗ ſam gegen die Königin die Frau verletzte. So ſuchte während des ganzen Mahles Marie Antvinette ungedul⸗ dig mit den Augen Charny. Sie hätte gewünſcht, er würde, nachdem er kurze Zeit gehorcht, ihr am Ende ungehorſam werden.
In dem Augenblick, wo der König nach beendigtem Abendbrode den Stuhl rückte, um vom Tiſche aufzuſtehen, öffaete fich der Salon, ein Kellner trat ein und bat im Namen von Herrn Barnave Ihre Majeſtäten, die Woh⸗ nung des Erſteren ſtatt der ihrigen nehmen zu wollen.
Ludwig KVI. und Marie Antoinette ſchauten ſich an. Sollte man ſich Würde geben und die Höflichkeit des Einen zurückweiſen, um die Grobheit des Andern zu be⸗ ſtrafen? Es wäre dies vielleicht die Meinung des Königs geweſen, doch der Daupbhin lief in den Salon und rief:
„Wo iſt er, mein Freund Barnave?“
Die Königin folgte dem Dauphin und der König der Königin.
Barnave war nicht im Salon.
Vom Solon ging die Königin in die Zimmer; es waren drei wie im oberen Stocke.
Man hatte keine Eleganz machen können, doch man hatte für die Reinlichkeit geſorgt. Die Kerzen brannten allerdings in meſſingenen Leuchtern; doch es brannten Kerzen im Ueberfluß.
Wiederholt hatte die Königin unter Weges gleich⸗ ſam laut aufgeſchrieen, wenn man an ſchönen blumen⸗ reichen Gärten vorüberkam; das Zimmer der Königin war geſchmückt mit den ſchönſten Sommerblumen, während zugleich die geöffneten Fenſter den zu ſcharfen Gerüchen
zu eutfliehen geſtatteten; die Mouſſelinevorhänge, welche die Oeffnung dieſer Fenſter verſchloßen, widerſetzten ſich, daß ein indiscreter Blick die erhabene Gefangene in ihrem Gemache verfolgte. Varnave war für Alles dies bemüht geweſen⸗
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