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um ihre Befehle entgegenzunehmen, doch die Königin heet ihm durch einen Blick, er möge ſich abſeits alten.
Ohne die Urſache dieſer Ermahnung zu wiſſen, be⸗ eiferte ſich doch der Graf, zu gehorchen.
Pötion hatte die Functionen eines Quartiermeiſters übernommen und war in das Wirthshaus eingetreten: er gab ſich nicht einmal die Mühe, wieder herabzugehen, und es kam nur ein Kellner, um zu melden, die Zim⸗ mer für die königliche Familie ſeien bereit.
Barnave war ziemlich in Verlegenheit; er ſtarb vor Verlangen, der Königin ſeinen Arm anzubieten, doch er befürchtete, dieſe, welche einſt die Etiquette ſo ſehr in der Perſon von Frau von Noailles verſpottet, könnte ſie anrufen, wenn er, Barnave, dagegen verſtoße.
Er wartete alſo.
Der König ſtieg zuerſt aus; er ſtützte ſich auf die Arme der zwei Garden, der Herren von Malden und von Valory. Charny war, wie man weiß, auf einen Wink von Marie Antvinette ein wenig auf die Seite getreten.
Die Königin ſtieg dann auch aus und ſtreckte die Arme in den Wagen, daß man ihr den Dauphin gebe, doch als ob der arme Knabe gefühlt hätte, wie ſeine Mutter dieſer Schmeichelei bedürfe, ſagte er:
„Nein, ich will bei meinem Freunde Barnave bleiben.“
Marie Antoinette machte ein Zeichen der Einwilli⸗ gung, begleitet von einem ſüßen Lächeln. Barnave ließ Madame Eliſabeth und Madame Royale vorangehen und ſtieg, den Dauphin in ſeinen Armen tragend, nach ihnen aus.
Hierauf kam Frau von Tourzel, welche nur dar⸗ nach trachtete, ihren königlichen Zögling wieder aus den unwürdigen Händen zu nehmen, die ihn hielten; doch ein neuer Wink der Königin beſchwichtigte den ariſto⸗


