Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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„Es iſt gut,“ ſprach der König,„kehren wir um.“

„Eure Majeſtät iſt feſt entſchloſſen?“

„Herr von Charny, es iſt ſchon genug Blut für mich gefloſſen, und zwar Blut, das ich mit biiteren Thrä⸗ uen beweine. Es ſoll kein Tropfen mehr vergoſſen wer⸗ den. Kehren wir um.“

Bei dieſen Worten ſprangen die zwei jungen Leute vom Bocke an den Schlag; die Garden von der Com⸗ pagnie Villeroy eilten herbei; dieſe wackeren, glühen⸗ den Militäre verlangten nichts Anderes, als den Kampf mit den Bürgern zu beginnen. Doch der König wieder⸗ holte den Befehl noch beſtimmter, als er ihn ſchon ge⸗ geben.

„Meine Herren,“ ſprach Charnhmit lauter und gebie⸗ tender Stimme, kehren wir um, der König will es.“

Und er ſelbſt nahm ein Pferd am Zügel und ließ den ſchweren Wagen umdrehen; am Pariſer Thore trat die Nationalgarde von Chalons, welche unnütz gewor⸗ den, ihren Platz den Bauern, der Nationalgarde von Vitry und der Nationalgarde von Rheims ab.

„Finden Sie, daß ich wohl gethan habe, Madame?“ ſagte Ludwig XVI. zu Marie Antoniette.

„Ja, mein Herr,“ antwortete dieſe;„nur finde ich, daß Ihnen Herr von Charny zu leicht gehorcht hat...“

Und ſie verſank in eine finſtere Träumerei, welche nicht ganz der Lage, ſo erſchrecklich ſie war, in der man ſich befand, angehörte.