Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Dörfern gekommen waren, und ſuchte ſie zu beſtimmen, am andern Tage zu bleiben.

Doch die Meiſten von dieſen Menſchen hatten ge⸗

ſehen, was ſie hatten ſehen wollen, nämlich den König,

und mehr als die Hälfte wollte durchaus das Fronleich⸗

namsfeſt in ihrem Dorfe feiern. Billot gab ſich alle Mühe, ſie zurückzuhalten, weil ihn die Geſinnung der ariſtokratiſchen Stadt beunruhigte. Sie aber, wackere Landleute, antworteten ihm: Wenn wir nicht nach Hauſe gingen, wer würde denn morgen dem guten Gott zu ſeinem Feſte Glück wünſchen und Tücher vor unſeren Häuſern ausſpannen? Mitten unter dieſer Beſchäftigung trat die Schild⸗ wache auf ihn zu. Beide ſprachen leiſe und ſehr lebhaft. Dann ließ Billot Drouet holen. Daſſelbe Geſpräch mit leiſer Stimme, aber belebt und mit einer Menge von Geberden erneuerte ſich. In Folge dieſer Unterredung gingen Billot und Drouet zum Poſtmeiſter, dem Freunde des Letztern. Der Poſtmeiſter ließ ihnen zwei Pferde ſatteln, und zehn Minuten nachher galoppirte Billot auf der Straße nach Rheims, und Drouet auf der nach Vitry⸗le⸗Francais. Der Tag brach an; es waren kaum noch hundert und ſechzig Mann von der Escorte vom vorigen Tag übrig, die erbittertſten oder die müdeſten; ſie hatten die Nacht auf der Straße auf den Strohbünden zuge⸗ bracht, die man ihnen herbeigeſchafft; als ſie ſich in der erſten Morgendämmerung ſchüttelten, ſchien es ihnen, als ſähen ſie ein Dutzend Menſchen in Uniform bei der In⸗ tendanz eintreten und einen Augenblick nachher wieder herauslaufen. Es war in Chalons ein Standquartier der Garden von der Compagnie Villeroy; ein Dutzend von die⸗ ſen Herren befand ſich noch in der Städt.