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„Er iſt geflohen?“ rief Billot mit einem unbeſchreib⸗ lichen Ausdruck von Wuth.
„Nein,“ ſprach Charny,„er iſt todt.“
„Todt!“ rief Billot, unwillkürlich ſchauernd, indem er ſeine Stirne abwiſchte, die ſich auf der Stelle mit Schweiß bedeckt hatte.
„Todt!“ wiederholte Charny,„und dieſes Blut, das Sie ſehen, und mit dem Sie ſo eben mit Recht das verglichen, mit welchem ſie im kleinen Hofe von Verſailles bedeckt waren, dieſes Blut iſt das ſeinige.. Zweifeln Sie daran, ſo gehen Sie hinab, mein lieber Billot, und Sie werden den Körper in einem kleinen Lofe, ungefähr dem von Verſailles ähnlich, liegend finden, Sie werden ihn erſchlagen finden aus derſelben Urſache, aus der Jener dort erſchlagen wurde.“
Billot ſchaute Charny, der mit einer ſanften Stimme zu ihm ſprach, während zwei ſchwere Thränen über ſeine Wange floßen, mit ſtieren Angen und einem erſchrockenen Geſichte an; dann ſtieß er plötzlich einen Schrei aus und rief:
„Ah! es iſt alſo eine St im Himmel!“
Und aus dem Zimmer laufend, ſagte er
Hett Graf, ich glithe Ihrg Worten; doch gleich⸗ viel, ich will mich mit meinen eigenen Augen verſichern, daß Gerechtigkeit geſchehen iſt.“ e
Charny ſchante ihm nach, während er ſich entfernte, unterdrückte einen Seufzer und wiſchte ſeine Thrä⸗ nen ab.* ½
Dann, da er einſah, daß jeine Minute zu verlieren war, eilte er ſeinerſeits in das Zimmer der Königin, ging gerade auf ſie zu und fragte leiſe:
„Herr von Romeuf?“
„Er gehört uns,“ antwortete die Königin.
„Deſto beſſer,“ ſagte Charny,„denn auf der andern Seite iſt nichts zu hoffen.“
„Was alſo thun?“


