Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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denjenigen, welche ihren Eid halten, gegen diejenigen, welche ihn nicht halten, zu gehören ſcheint. Als dieſer Punkt feſtgeſtellt war, bat ich, um keine Zeit zu verlieren, meinen Freund, den Poſtmeiſter von Meanx, wohlver⸗ ſtanden, ohne ihm etwas von dem, was ich vorhatte, zu ſagen, mir ſeine Nationalgarde⸗Uniform, ſeinen Säbel, und ſeine Piſtolen zu leihen. Ich nahm das beſte Pferd aus ſeinem Stalle, und ſtatt in kurzem Trabe nach Villers⸗Coterets zu reiten, ritt ich im ſtärkſten Galopp nach Paris! Bei meiner Treue! ich kam gerade recht an; man wußte ſchon die Flucht des Königs, doch man wußte nicht nach welcher Seite er entflohen war. Herr von Romeuf war von Herrn von Lafayette auf die Straße nach Valenciennes geſchickt worden! Aber ſehen Sie, was der Zufall iſt!... an der Bariöre war er angehalten wor⸗ den, man hatte ihn in die Nationalverſammlung zurückge⸗ führt, und er erſchien hier in dem Angenblick, wo Herr von Bailly, von mir unterrichtet, über die Reiſelinie Seiner Majeſtät die genaueſten Details angab; es war nur ein ganz wohl geordneter Befehl zu ſchreiben, um die Route zu ändern. Die Sache war in einem Augenblicke ge⸗ ſchehen! Herr von Romeuf wurde auf der Straße nach Chalpns abgeſandt, und ich, ich erhielt den Anſtrag, ihn zu begleiten, ein Auftrag, den ich erfülle, wie Sie ſehen. Ich habe nun den König eingeholt, der mich als Franzoſen getänſcht, und ich bin ruhig, fügte Billot mit düſterer Miene bei,er wird mir nicht entkommen! zu dieſer Stunde bleibt mir nur noch derjenige einzuholen, welcher mich als Vater betrogen hat! und ich ſchwöre, Herr Graf, er wird mir auch nicht entkommen! Ach! mein lieber Billot, erwiederte Charny ſeufzend, Sie irren ſich. Wie ſo? Ich ſage, der Unglückliche, von dem Sie ſprechen, iſt Ihnen entkommen.