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halten, als den, welchen die anderen Menſchen ſchwören? Das war nicht wahrſcheinlich. Nachdem ich vorgeſtern auf dem Markte von Meaux geweſen, war ich auch ſehr erſtaunt, als ich bei Tagesanbruch,— ich muß Ihnen bemerken, daß ich beim Poſtmeiſter, einem meiner Freunde, mit dem ich einen bedeutenden Kornhandel abgeſchloſſen, übernachtet hatte,— ich war auch ſehr erſtaunt, ſage ich, als ich in einem Wagen, der die Pferde wechſelte, den Kö⸗ nig, die Königin und den Dauphin ſah und erkannte! Ich konnte mich nicht tänſchen, denn ich war gewohnt, ſie im Wagen zu ſehen! ich hatte ſie am 16. Juli von Verſailles nach Paris begleitet; da hörte ich einen von den gelb gekleideten Herren ſagen:„„Straße nach Chalons!““ Die
Stimme fiel mir auf, ich wandte mich um und erkannte,
wen? Den, welcher mir Catherine entführt hatte, einen adeligen Herrn, der ſeine Lackeienpflicht that, indem er dem Wagen des Königs voranritt..
Bei dieſen Worten ſchaute Billot den Grafen ſtarr an, als wollte er ſehen, ob dieſer begreife, es handle ſich um ſeinen Bruder Iſidor; Charny wiſchte aber nur mit ſeinem Taſchentuche den Schweiß ab, der von ſeiner Stirne floß, und ſchwieg.
Billot fuhr fort:
„Ich wollte ihn verfolgen, er war ſchon fern; er hatte ein gutes Pferd, er war bewaffnet, und ich war es nicht. Einen Augenblick knirſchte ich mit den Zähnen
beim Gedanken an dieſen König, der Frankreich entwiſchte,.
und an dieſen Räuber, der mir entwiſchte; plötzlich je⸗ doch kam mir eine Idee:„„Halt!““ ſagte ich,„ich habe auch der Nation einen Eid geſchworen, und da der König den ſeinigen bricht,— wenn ich den meinigen halten würde? Bei meiner Treue! ja, halten wir ihn! Ich bin nur zehn Meilen von Paris entfernt; es iſt drei Uhr Morgens; auf einem guten Pferde iſt das die Sache von zwei Stunden! Ich werde hierüber mit Herrn Bailly, einem ehrlichen Manne reden, der mir zur Partei von


