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welcher ſchlief, der liebe arme Mann, daß es eine Luſt war, aufweckte und ihn ins Schloß führte, gerade zeitig genug, um den König zu retten. Ah! an dieſem Tage fah ich Madame Eliſabeth Herrn von Lafayette in ihre Arme ſchließen; ich ſah die Königin ihm die Hand zum Kuſſe reichen; ich hörte den König ihn ſeinen Freund nennen, und ich ſagte mir:„Bei meiner Treue, es ſcheint, Herr Gilbert hatte Recht. Sicherlich nicht aus Angſt machen ein König, eine Königin und eine könig⸗ liche Prinzeſſin ſolche Demonſtrationen, und wenn ſie nicht die Meinungen dieſes Mannes theilen würden, von welchem Nutzen derſelbe ihnen auch in dieſem Augenblick ſein dürfte, es würden ſich doch drei ſolche Perſonen nicht zur Lüge erniedrigen.““ Auch diesmal alſo kam ich darauf zurück, daß ich die arme Königin beklagte, welche nur unklug war, und den armen König, der nur ſchwach warz doch ich ließ ſie ohne mich nach Paris zurückkehren... ich, ich war in Verſailles beſchäftigt; Sie wiſſen womit, Herr von Charny?“
Charny ſtieß einen Seufzer aus.
„Die zweite Reiſe ſoll nicht ſo heiter geweſen ſein, als die erſte! ſtatt den Segnungen ſoll man Flüche ver⸗ nommen haben! ſtatt der Vivats ſoll Todesgeſchrei er⸗ ſchollen ſein! ſtatt Sträuße unter die Füße der Pferde und unter die Räder des Wagens zu werfen, ſoll man Köpfe abgeſchnitten und am Ende von Spießen getragen haben! Ich weiß es nicht, ich war nicht dabei, ich war in Verſailles geblieben. Ich ließ den Pachthof immer ohne Herrn! Bah! ich war reich genug, um, nachdem ich die Ernte von 1789 verloren hatte, auch die Ernte von 1790 zu verlieren! Doch, an einem ſchönen Morgen, kam Pitou an und meldete mir, ich ſei auf dem Punkte, etwas zu verlieren, was zu verlieren ein Vater nie reich genug iſt: das war meine Tochter!“
Charny ſchauerte. Billot ſchaute Charny ſtarr an und fuhr dann fort:


