Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ligkeit von Billot erfuhr, welche in einer ſolchen Lage nicht ohne Gewicht, der zweite, daß er Zeit gewann.

Nein! ſagte er, erzählen Sie mir Alles, mein lieber Billot, Sie wiſſen, welche Freundſchaft wir für Sie hegten, meine armen Brüder und ich, und was Sie mir mittheilen, intereſſirt mich im höchſten Grade.

Bei den Worten: meine armen Brüder! lächelte Billot bitter.

Wohl denn! ſprach er,ich will Ihnen Alles er⸗ zählen, Herr von Charny, und ich bedaure, daß Ihre armen Brüder... Einer beſonders.. Herr Iſidor, nicht da find, um es zu hören.

Billot hatte die Worte: Einer beſonders, Herr Iſidor, mit einem ſo ſeltſamen Ausdrucke geſprochen, daß Charny die Bewegung des Schmerzes zurückdrängte, den der Name ſeines vielgeliebten Bruders in ſeiner Seele erweckte, und, ohne Billot, der ſichtbar nichts von dem Unglück wußte, das dem Bruder von Charny widerfahren, deſſen Gegenwart er wünſchte, etwas zu antworten, dem Pächter winkte, er möge fortfahren.

Billot fuhr fort:

Als der König nach Paris aufbrach, ſah ich in ihm

auch nur einen Vater, der unter ſeine Kinder zurückkehrt. Ich marſchirte mit Herrn Gilbert neben dem königlichen Wagen, bildete für diejenigen, welche er enthielt, einen Wall mit meinem Leibe und ſchrie aus vollem Halſe: Es lebe der König! Das war die erſte Reiſe des Königs; er hatte rings um ſich her, vorne, hinten, auf

ſeinem Wege, unter den Füßen ſeiner Pferde, unter den

Rädern ſeines Wagens, Segnungen und Blumen. Als er auf dem Platze des Stadthanſes ankam, bemerkte man, daß der König nicht mehr die weiße Cocarde, aber noch nicht die dreifarbige Cocarde hatte; man rief:Die

Cocarde die Cocarde! Ich nahm die, welche an meinem Hute befeſtigt war, und gab ſie ihm; er dankte mir und

ſteckte ſie an ſeinen Hut unter gewaltigen Acclamationen