Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Herrn von Romeuf durch ein Lächeln die Nationalgar⸗ den und die Patrioten von Varennes.

Das Wort unmöglich, von der Königin ausge⸗ ſprochen, hatte ſie bennruhigt, obgleich ſie von einem Ende zum andern den Inhalt des Decrets gehört.

Oh! leſen Sie, wenn Sie noch zweifeln, ſagte der König mit Bitterkeit; leſen Sie, das iſt geſchrie⸗ ben und unterzeichnet vom Präſidenten der Nationalver⸗ ſammlung.

Und welcher Menſch hat es gewagt, ein ſolches Decret zu ſchreiben und zu unterzeichnen?

Ein Adeliger, Madame, antwortete der König;

der Herr Marquis von Beauharnais.

Iſt es nicht etwas Seltſames, was zum Beweiſe für die geheimnißvollen Verkettungen der Vergangenheit mit der Zukunft dient, daß das Decret, welches auf ihrer Flucht Ludwig XVI., die Königin und die könig⸗ liche Familie aufhielt, einen Namen an ſich trug, der, bis dahin dunkel, auf eine glänzende Weiſe in der Ge⸗ ſchichte des Anfangs vom 19ten Jahrhundert hervortre⸗ ten ſollte?

Die Königin nahm das Decret und las es, die Stirne gefaltet, die Lippen zuſammengepreßt.

Dann nahm es der König wieder aus ihren Hän⸗ den, um es abermals zu leſen, und nachdem er es zum zweiten Male geleſen, warf er es auf das Bett, wo unempfindlich für dieſe Erörterung, welche über ihr Loos entſchied, der Dauphin und Madame Royale ſchliefen.

Doch bei dieſem Anblick vermochte die Königin nicht länger an ſich zu halten, ſie ſtürzte gleichſam brül⸗ lend hinzu, ergriff das Papier, zerknitterte es in ihren Händen, warf es fern vom Bette und rief:

Oh! mein Herr, nehmen Sie ſich doch in Acht! ich will nicht, daß dieſes Papier meine Kinder beflecke.

Ein ungeheures Geſchrei erhob ſich im anſtoßenden Zimmer. Die Nationalgarden machten eine Bewegung,