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„Bei meinem Ehrenworte, Herr Graf,“ erwiederte Beauſire,„es iſt abgemacht.“
„Das genügt, mein Herr,“ ſprach Caglioſtro.
Dann zog er aus ſeiner Taſche eine Uhr, auf wel⸗ cher das Portrait von König Friedrich von Preußen mit Diamanten verziert zu ſehen war, und fügte bei:
„Es iſt drei Viertel auf neun Uhr, Herr von Beau⸗ ſire; auf den Schlag neun Uhr werden Sie unter den Arcaden der Place Royale, beim Hotel Sully, erwartet; nehmen Sie dieſe zehn Louis d'or, ſtecken Sie ſie in Ihre Weſtentaſche, ziehen Sie Ihren Rock an, ſchnallen Sie Ihren Degen um, gehen Sie über den Pont Notre⸗Dame und folgen Sie der Rue Saint⸗Antoine; Sie müſſen nicht auf ſich warten laſſen.“
Beauſire ließ ſich das nicht zweimal ſagen. Er nahm die zehn Louis d'or, ſteckte ſie in ſeine Taſche, zog ſeinen Rock an und ſchnallte ſeinen Degen um.
„Wo werde ich den Herrn Grafen wiederfinden 2“ „Auf dem Saint⸗Jean⸗Friedhofe, wenn es Ihnen beliebt. Will man, ohne gehört zu werden, über ſolche Angelegenheiten plaudern, ſo plaudert man beſſer bei den Todten, als bei den Lebendigen.“
„Und um welche Stunde?“
„Um welche Stunde Sie frei ſind; wer zuerſt kommt, wird auf den Andern warten.“
„Der Herr Graf hat etwas zu thun?“ fragte Beau⸗
ſire mit Unruhe, als er ſah, daß ſich Caglioſtro nicht
anſchickte, ihm zu folgen.
„Ja, erwieverte Caglioſtro,„ich habe mit Made⸗ moiſelle Nicole zu reden.“
Beauſire machte eine Bewegung.
„Oh! ſeien Sie unbeſorgt, mein lieber Herr von Beauſire; ich habe ihre Ehre reſpectirt, als ſie Mäd⸗ chen war, um ſo mehr werde ich ſie reſpectiren, da ſie S iſt. Gehen Sie, Herr von Beauſire, gehen


