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Der Chevalier von Harmental.
Der zu Orleans arretirte Abbé Brigaud blieb eine Zeit lang in den Gefängniſſen dieſer Stadt, und zwar zum großen Leidweſen der guten Madame Denis, ihrer Töchter Emilie und Athenais ſowie des jungen Herrn Bonifaz. Eines Morgens jedoch, als die Fa⸗ milie ſich eben zum Frühſtück ſetzen wollte, erſchien plötz⸗ lich der Abbé Brigaud wieder, ganz ſo ruhig und be⸗ ſonnen wie gewöhnlich. Man beſtürmte ihn mit Fragen, aber er wies vorſichtig alle Nachforſchungen zurück, da ihm die Sache ſchon ſo viel Verdruß gemacht habe, daß man ihn verbinden würde nicht weiter darüber zu ſprechen.
Einige Tage nach ihm verließen auch Pompadour, Valef, Laval und Malezieur ihr Gefängniß; ſie bildeten auf's neue den Hof der Herzogin von Maine, als ob gar nichts vorgefallen wäre. Der Cardinal von Polignac war nicht einmal arretirt ſondern nur nach ſeiner Abtei Anchin verwieſen worden.
Lagrange Chancel, jener böswillige Poet, wel⸗ cher das furchtbare Pasquill geſchmiedet hatte, ward in's Palais⸗Rohal beſchieden.
„Mein Herr,“ fragte der Regent,„denken Sie wirk⸗ lich das alles von mir was Sie über mich geſagt haben?“ „Ja, gnädigſter Herr,“ antwortete unerſchrocken der Dichter.
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