10 Der Chevalier von Harmental.
weniger Verdacht erwecken würde als eine Verſammlung im Arſenal.
Schlag vier Uhr öffneten ſich die Pforten des großen Saales. Die Wände deſſelben waren mit dunkelrothem Atlas behäͤngt und durchaus mit ſilbernen Bienen be⸗ ſüt. Am äußerſten Ende erblickte man auf einem erhöh⸗ ten Throne die reizende Fee Ludoviſe, welche mehr durch ihre zarte Geſtalt und die Feinheit ihrer Züge als durch den kleinen goldnen Scepter in ihrer Hand das Anſehen des ätheriſchen Weſens erhielt das ſie vorſtellte. Sie winkte mit der Hand, und alle Anweſenden reihten ſich in einen Halbzirkel um ihren Thron, auf deſſen Stufen ſich die Großwürdenträger des Ordens aufſtell⸗ ten. Dann erſchien ein Herold und meldete mit lauter Stimme:„Se. Excellenz der Prinz von Cellamare!“
Der Letztere erſchien nun, näherte ſich gravitätiſch dem Throne und kniete auf deſſen Stufen nieder.
„Prinz,“ ſprach darauf der Herold,„leiht ein auf⸗ merkſames Ohr den Statuten des Ordens, welchen die hohe Fee Ludoviſe Euch jetzt verleihen will, und über⸗ legt wohl was Ihr zu thun gedenkt.“
Der Prinz neigte das Haupt, zum Zeichen daß er die Wichtigkeit der Verpflichtung fühle die er zu übernehmen im Begriff ſtand. Der Herold fuhr fort:


