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Capitän X. 309
«Iſt's moͤglich, guter Gott! rief dieſer, ploͤtzlich umgeſtimmt, mit einer Gutherzigkeit, die mit ſeinem vorigen Ingrimm ſeltſam contraſtirte.«Wer haͤtte es gedacht, daß dieſer Menſch einen ſo ſchoͤnen Tod ſterben wuͤrde! Immerhin, laß ihn fahren, den armen Teufel! Er war uͤbrigens eine gute Haut, eine glatte, nette, geſchniegelte Geſtalt, ein luſtiger Burſch, und ein Elegant— jeder Zoll ein Gentleman— das muß man ihm laſſen; nur mit dem Herzen, mit der Courage ſtand es ſo ſo; doch das kann ſich Niemand geben, der's nicht mit auf die Welt bringt. Hier, Leute, breitet einen Mantel uͤber den Leichnam aus, und tragt ihn in's Lager.» Er ſchloß mit der Stelle:
Armer Hans, leb' wohl! Wir konnten beſſer einen Beſſern miſſen.*)
Nach dieſer Anſpielung auf Falſtaff ritt der Gene— ral, mit den Adjutanten und Ordonnanzen, unter einem Bomben⸗ und Kartaͤtſchenregen kalt und im Schritt weiter. Wir Beide, der lange Faͤhnrich und ich, waren uͤber den Vorgang ſo erſchuͤttert, daß wir ein paar Minuten an nichts Anders denken konnten, als an das Schickſal unſers Capitaͤns. Stumm und un⸗ beweglich ſahen wir ſeinem Leichnam nach, als er fort⸗ getragen wurde, ohne es uns befremden zu laſſen, daß
*) Shaksſpeare's Heinrich IV., Erſter Theil, Akt V. II. 14


