Skizzen aus Belgien.
ſich, um ihm zu folgen, von der unſeligen Stelle hin— wegwandte, ſah er, wie das Waſſer wieder ſanft und ruhig ſich uͤber ſeiner verborgenen Beute glaͤttete. Zu ſeinem großen Erſtaunen nahm ſein Freund jetzt den geraden Weg nach dem Gaſthofe zu. In
einem und demſelben Augenblicke kamen ſie dort zu⸗
ſammen an. Sie erkannten ſich einander, ohne ein Wort zu wechſeln. Ein gleichartiger Druck der Hand war ihre einzige Begruͤßung, und der Freund ſchau⸗ derte zuſammen bei dem Gefuͤhle, wie kalt und ſtarr
die des andern ſey. Die Thuͤre ward ihnen geoͤffnet,
und ſie ſtiegen in ihr Zimmer hinauf.——
Einige Minuten lang machte die beiderſeitige tiefe Erregung der Freunde ſie ſtumm. Die Verzweiflung, die ſich auf dem Angeſichte des ungluͤcklichen Lieben⸗ den malte, war ſeinen Freunde ſchrecklich. Der junge Mann ſah aus wie halb trunken und halb todt. Der obere Theil ſeines Geſichts, Stirn und Wangen wa— ren erhitzt, und ſeine Augen ſtarrten wild, als ob koͤr⸗ perliches Leiden mit Seelenangſt ſich gepaart. Die Lip⸗ pen dagegen waren blau und zuſammengezogen, und alles um ſie her bleich und farblos, waͤhrend an zwei bis drei Orten ſich breite Blutſpuren zeigten, die ſei⸗ nem ganzen Geſichte ein anderes Anſehn gaben.
Als er bemerkte, daß ihn ſein Freund mit dem Ausdrucke des Schauderns anblicke, ſprang er vom Seſſel auf, vor den Spiegel hin, und wieder von die⸗ ſem


