52 Sliizszen aus Belgien.
denn widerſtandlos dem Fortgange des Abenteuers hin, indem jeder Augenblick ſeine Aufregung noch ver⸗ mehrte, und einen Aufruhr von ſtuͤrmiſchen Empfin— dungen in ſeiner Bruſt erweckte.
Nach einiger Zeit ſtand die Zauberin langſam von der Stelle auf, wo ſie ſo lange geknieet hatte, ſtieg eine beſondere Hintertreppe von jener Gallerie herab, ging hinter dem Hochaltare hinweg, und kniete in einer kleinen Niſche vor einem Heiligenbilde nieder, wo nur eine einzige Lampe brannte. Durch ein zwei⸗ felhaftes Laͤcheln, und das heimliche Zeichen ihrer Hand, welches ihm anzeigte, daß ſie wuͤnſche, ihn in ihrer Naͤhe zu ſehen, ermuthigt, aber angſtvoll, folgte er jeder ihrer Bewegungen.
Endlich lehnte er an einen Pfeiler mit gefalteten Haͤnden, als ſtehe er in tiefer Betrachtung der Bild⸗ ſaͤule der heiligen Jungfrau, nur wenige Fuß von dem wahren Gegenſtande ſeiner athemloſen Aufmerk⸗ ſamkeit.
Nit geſenktem aber nach ihm hingewendeten Haupte fragte ſie ihn, waͤhrend ſie in anſcheinender Andacht ihren Roſenkranz betete, mit leiſem Gefluͤſter:«Ver⸗ ſtehen Sie franzoͤſiſch?“
— Jal!— entgegnete er eben ſo.
«Sprechen Sie es?“
— Nicht genug, um meinen Gefuͤhlen fuͤr Sie Worte zu geben.—


