Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ſich begnügten als Epicuräer den letzten ſchönen Tag zu genießen, den Gott ihnen ſchenkte.

Der Chevalier de la Graverie hatte ſeinen Platz inmitten all dieſer zerſtreuungsſüchtigen Leute ein⸗ genommen; er war theils aus Müßiggängerei, theils aus Gewohnheit hieher gekommen: denn fortwährend von ſeiner Viſion heimgeſucht, halb verrückt vor Verzweiflung und in Folge ſeiner ſchlafloſen Nächte, entmuthigt durch die Erfolgloſigkeit ſeiner Nachfor⸗ ſchungen, hatte er ſich zwar noch nicht in ſein her⸗ bes Schickſal ergeben, aber doch bereits alle Hoff⸗ nung verloren den phantaſtiſchen Wachtelhund wie⸗ der zu finden.

Er war nicht mehr der fromme friedfertige Spa⸗ ziergänger, den wir im erſten Kapitel dieſer Geſchichte begegnet haben; wie alle Diejenigen, die von einem geheimen Schmerz gequält ſind, wurde er durch die allgemeine Heiterkeit nur noch trauriger und mürri⸗ ſcher geſtimmt; dieſe Heiterkeit erſchien ihm als eine Verhöhnung ſeiner eigenen Gefühle; er meinte, die Sonne ſelbſt habe ihren Tag um zu glänzen ſchlecht gewählt; die Maſſe des Volks ärgerte ihn; er theilte nach rechts und links Rippenſtöße aus, die zu den Empfängern zu ſagen ſchienen:

Gehet doch heim, Ihr braven Leute, Ihr ge⸗ niret mich.

Auf einmal, im Augenblick wo unſer Chevalier immer übellauniſcher wurde und ſich fragte, ob er nicht klüger thäte ſelbſt den Rath zu befolgen, den er Andern ertheilte, und in ſein eigenes Haus zurück⸗ zukehren, ſtieß er einen Schrei aus, worüber alle Leute in ſeiner Nähe ſtutzig wurden.