Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ſchaften des ſchwarzen Wachtelhundes und verſank zuletzt in tiefes Staunen über den ungeheuern Un⸗ kerſchied, der zwiſchen Hund und Hund ſtattfinden önne.

Es waren zehn Tage, ſeit dieſe leidenſchaftlichen Nachforſchungen im Hauſe der Rue⸗des⸗Lices die Ruhe verdrängt hatten, die ſchon ſo lange Jahre da obgewaltet.

Es war ein Sonntag; eine prächtige Sonne er⸗ wärmte die Atmoſphäre, ihre Strahlen, die ohne Hinderniß zwiſchen den blätterloſen Baumzweigen durchdrangen, concentrirten ſich auf den Anhöhen vor den alten Mauern, und die ganze Chartrer Be⸗ völkerung hatte ſich auf den Promenaden ein Ren⸗ dezvous gegeben, um ſich zum letzten Mal an dieſer milden Temperatur zu erfreuen.

Bürgerfrauen ſchritten am Arme ihrer Gatten feierlich zu dieſer wöchentlichen Ausſtellung ihrer ſei⸗ denen Gewande; fröhliches Geſchwatze und ſchallendes Gelächter kamen unter den mit hellfarbigen Bändern geſchmückten Hüten der Griſetten hervor; die Bäu⸗ erinnen aus der Umgegend mit ihrem platten Kopf⸗ putz, ihren kurzen Taillen, ihren rothen oder gelben Tüchlein zogen, mehr erſtaunt als vergnügt, in einer Linie wie Grenadiere vorüber und ſchnitten jeden Augenblick die Circulation ab; die Militäre mit ge⸗ ſpannten Kniekehlen, mit der rechten Hand ihren Schnurrbart ſtreichend, unter dem linken Arm den Säbel tragend, verloren ſich inmitten dieſer vielfar⸗ bigen Menge mit einem Lächeln, das ſie verführe⸗ riſch zu machen ſtrebten, während die alten Bürgers⸗ leute ſolches eitle windige Gebahren verachteten und