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eine Platte Karpfenmilch mit weißer Gallerte. Er ſchlief nicht mehr, oder ſobald er einſchlief, ſah er in einer Ecke des Zimmers die Augen des Wach⸗ telhundes leuchten wie Karfunkel. Dann hatte er große Freude; der Hund war wieder gefunden und er rief ihn; der Hund kroch jetzt zu ihm heran, ohne ſeine Blicke von den Augen des Chevalier ab⸗ zuwenden, und erſtarrt durch dieſe Bezauberung ſtieß der Chevalier einen Seufzer aus und ſank träge mit hängenden Armen auf ſein Bett; der Hund begann ihm mit ſeiner eiskalten Zunge die Hand zu lecken, dann ſprang er allmählig auf das Bett und ſetzte ſich zuletzt mit heraushängender blutiger Zunge und flammenden Augen auf die Bruſt des Chevalier. Dieſer Alp, der einige Se⸗ kunden dauerte, ſchloß dann für den Unglücklichen eine ganze Ewigkeit von Leiden in ſich. 738
Herr de la Graverie erwachte gebrochener und ſchweißtriefender als der unglückliche Dufavel, als man ihn aus einem Brunnen zog.
Ihr begreift wohl, daß dieſe Veränderung in der phyſiſchen Seite des Chevalier ihren Gegenſchlag in der moraliſchen Seite hatte.
Bald war er ſchweigſam und mürriſch, wie ein in der Betvachtung ſeines Nabels verſunkener Fakir, bald zornig und aufbrauſend wie ein Kranker, der an der Magenentzündung darniederliegt, und Ma⸗ rianne erklärte aller Welt, die Geſchichte mit dem Hund ſei blos ein Vorwand, ihr Herr werde von einer großen Leidenſchaft gequält und der Platz ſei nicht mehr haltbar, ſogar für eine Perſon von ihrer eigenen wohlbekannten Sanftmuth.


