Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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dieſen verhängnißvollen Viſionen, in Folge deren er auf offener That des Undanks gegen ein Thier ertappt wurde, das ihm alle Arten von Mitgefühl bewieſen hatte.

Nicht als ob der Chevalier ſeit dem Wiederauf⸗ gang der Sonne noch ganz in demſelben Zuſtand der Bangigkeit geblieben wäre; nein, er konnte die Träume der Nacht, in welche ſeit Tagesanbruch einiges Licht gekommen war, nicht gelten laſſen; die Seelenwanderung war ein Syſtem, das nur in Py⸗ thagoras exiſtirt hatte. Die Vernunft und die reli⸗ giöſen Geſinnungen des Chevalier verdammten die⸗ ſen Glauben gleich ſtark.

Aber trotz der Berechnungen ſeiner Vernunft, trotz der Wünſche ſeines Gewiſſens zweifelte er, und der Zweifel iſt tödtlich für Geiſter vom Gepräge des Chevalier..

Er würde wahrlich geſchworen haben, es ſei ein alberne Annahme, daß der Geiſt, der den Körper des ſchwarzen Hundes belebte, die geringſte Beziehung zu der in unbekannte Welten abgeſchiedenen Seele ſeines armen Freundes haben könnte; gleichwohl, und ſo entſchieden er es vor ſich ſelber läugnete, empfand er für den Hund ein ſo tiefes und ſo zärtliches Inte⸗ reſſe, daß er darüber erſchrack, ohne daß er ſich ent⸗. ſchließen konnte in demſelben nachzulaſſen.

Er dachte an das arme Thier, wie es zwölf Stunden lang allen Unbilden der Witterung ausge⸗ ſetzt geweſen ſei, wie es im Winde geſchnattert, in den vom Himmel herabgefallenen Waſſerſtrömen ge⸗ ſchwommen habe, wie es, von den blendenden Blitzen umzüngelt, voll Angſt in der Finſterniß geflohen