Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

233

Er ſcheint wahrhaftig zu warten, bis Jemand vorüberkomme, ſagte Marianne.Jeſus Maria! ſonſt fehlte Nichts mehr: eine Frau im Hauſe, ich wollte ihm noch lieber den Hund von geſtern hin⸗ gehen laſſen.

Aber der Chevalier de la Graverie, der ver⸗ muthlich auf der Straße nicht fand, was er ſuchte, ſchloß das Fenſter wieder, und während Marianne, immer mehr von Neugierde gequält und in Ver⸗ muthungen ſich verlierend, in den Speiſeſaal zurück⸗ ging, begann er mit gekreuzten Armen, gerunzelten Brauen und unter der ſichtlichen Herrſchaft einer ſtarken Gemüthsbewegung ſein Zimmer kreuz und quer zu durchſchreiten.

Dann warf er auf einmal und wie ein Menſch, der einen plötzlichen Entſchluß faßt, ſeinen Schlafrock weg und ſchlüpfte in einen Aermel ſeines Fracks.

Aber während er zu dieſem Detail ſeiner Toi⸗ lette ſchritt, warf er einen Blick auf die Uhr.

Sie zeigte halb eilf.

Jetzt ſpazierte er einige Zeit, ſeinen Frack an einem Aermel hängend.

Hätte Marianne ihn ſo geſehen, ſo wäre ſie nicht bei der Hypotheſe, daß der Chevalier verliebt ſei, ſtehen geblieben.

Sie würde zu ſich geſagt haben:Der Cheva⸗ lier iſt verrückt.

Noch ſchlimmer wäre es geweſen, hätte ſie dem Chevalier in dieſem Zuſtand aus ſeinem Zimmer kommen und mit dem einen Arm im Frack, dem andern bloß, in den Garten gehen ſehen.