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rianne jetzt weder ihren Augen noch ihren Ohren trauen konnte.
Der Briefträger brachte das Journal.
Marianne, deren Stimmung verſöhnlicher gewor⸗ den war, beeiferte ſich es ihrem Herrn heraufzu⸗ bringen.
Dieſer aber, ſtatt es wie alle Tage gewiſſenhaft vom Titel an bis zur Unterſchrift des Druckers zu leſen, ließ einen zerſtreuten Blick über das Blatt hinſchweifen, warf es auf den Leuchterſtuhl und ging in ſein Schlafzimmer zurück.
„Wahrhaftig,“ rief Marianne, indem ſie ihr Ge⸗ ſchirr in Ordnung brachte,„ich erkenne meinen Herrn nicht mehr; er iſt heute gar nicht wie ge⸗ wöhnlich. Er hat nicht einmal bemerkt, daß die Eier in der polniſchen Brühe klebrig, die Cotelettes verkohlt und ſeine grünen Erbſen angebrannt waren.“
Dann hob ſie beide Arme zum Himmel empor und rief wie im Drang einer plötzlichen lichtvollen Offenbarung:
„Sollte er verliebt ſein?“
Aber nach kurzer Ueberlegung lachte ſie ſelbſt über eine ſo ſinnloſe Unterſtellung und fuhr fort:
„Nein, nein, das iſt nicht möglich; aber was zum Teufel mag er wohl in ſeinem Zimmer einfä⸗ deln? Ich muß doch ſehen.“
Und als discrete Dienerin ſchlich ſich Marianne auf den Zehen durch den Salon und drückte ihr Auge an das Schlüſſelloch des Schlafzimmers.
Sie bemerkte, wie ihr Herr trotz der ſchneidenden Kälte eines Herbſtmorgens das Fenſter geöffnet hatte und aufmerkſam in die Straße ſah.


