Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Und er ging an Marianne vorbei auf ſein Zimmer.

Er hatte große Luſt am Fenſter nachzuſehen, ob der Hund noch immer vor dem Haus ſtehe, aber er wagte es nicht.

Wie alle Schwachköpfe blieb er lieber im Zweifel, als daß er einen Entſchluß faſſen wollte.

Der Regen ſchlug heſtig an die Läden und das Donnergeroll kam immer näher.

Der Chevalier kleidete ſich ſchnell aus, machte raſch ſeine Nachttoilette, legte ſich in ſein Bett, blies ſeine Kerzen aus und zog ſich die Decke über die Ohren.

Aber trotz dieſer Vorſichtsmaßregel hörte er den Regen an ſeine Läden ſchlagen und den Donner über ſeinem Haupte rollen, denn das Gewitter war allmählig nahe gekommen und ſchien ſich zu dieſer Stunde über dem Hauſe des Chevalier geſammelt

zu haben.

Auf einmal meinte er mitten im praſſelnden Regen und Donnergekrach ein langes, unendlich trauriges und immer ſtärkeres Klagen zu hören wie das Geheule eines Hundes.

Den Chevalier ſchüttelte es ſchaudernd an allen Gliedern.

War der Wachtelhund vom Morgen noch immer da? oder war es ein anderer Hund der ſich zufäl⸗ lig hieher verlaufen hatte?

Das Geheul, das er ſo eben gehört, hatte ſo wenig Aehnlichkeit mit dem freudigen Gebell vom Morgen, daß der Chevalier wohl annehmen konnte, dieſes Gebell und dieſes Geheul ſtehen in keiner