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Er ging alſo ganz einfach durch den Garten ſtatt durch die Hausthüre.
Der Garten ging auf ein verlaſſenes Sträß⸗ chen, wo niemals ein Hund, und wenn er der ver⸗ lorenſte Vagabund war, die Idee haben konnte einen Herrn zu erwarten.
So geſchah es, daß der Chevalier auf Umwegen und ohne alle läſtige Begegnung in ſeinen Club gelangte, deſſen Local auf dem Theaterplatz war.
Er blieb da bis zehn Uhr.
„Dieſer verdammte Wachtelhund,“ murmelte der Chevalier zwiſchen ſeinen Zähnen,„iſt ſo hartnäckig, daß er im Stande wäre auf ſeinem Poſten zu ſtehen. In dieſem Fall hätte ich nicht den Muth ihn drau⸗ ßen zu laſſen. Ich kehre alſo am beſten auf dem Wege zurück, auf dem ich gekommen bin.“
Und der Chevalier begab ſich wieder auf ſeine Umwege und in ſein Gäßchen, ging zur kleinen Gartenthüre herein und beeilte ſich ſehr, denn es blitzte und in der Ferne hörte man Donnergeroll.
Als er durch den Garten ſchritt, fielen die erſten Tropfen, breit wie Sechsfrankenthaler.
Auf der Treppe begegnete er Marianne, die im Bewußtſein, daß ſie in ihrer Rache vielleicht etwas weit gegangen, ihre liebenswürdigſte Miene anzunehmen ſuchte und ſagte:
„Sie haben wohl gethan heimzukommen.“
„Und warum?“ fragte Dieudonné.
„Warum? Ci nun, weil ein Wetter im Anzug iſt, bei dem man keinen Hund hinausjagen ſollte.“
„Hum!“ machte der Chevalier,„hum, hum.“


