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„Warum dieſen ſchrecklichen Lärm? Ha, mein Herr, Sie fragen es?“ 4
„Allerdings frage ich.“
Dann fügte er mit zunehmender Würde hinzu:
„Daß Dich der Has beiß! Ich habe, ſollte ich meinen, wohl das Recht zu erfahren, was in mei⸗ nem Hauſe vorgeht.“
Und er betonte das zueignende Fürwort mein ſowie das Hauptwort Haus auf eine ganz eigen⸗ thümliche Weiſe.
Marianne fühlte den Stachel.
„In Ihrem Haus!“ ſagte ſie,„in Ihrem Haus! Nun wahrhaftig, da gehen ſchöne Sachen vor.“
„Was geht da vor? laſſen Sie hören,“ fragte der Chevalier mit frecher Stirne.
„Es geht da vor, daß man in Ihrem Hauſe ſtiehlt,“ ſagte Marianne mit ſtarker Betonung.
Der Chevalier huſtete und fragte mit minder feſter Stimme:
„Und was ſtiehlt man denn?“
„Man ſtiehlt Ihr Diner, weiter Nichts als Das; denn Sie werden ſich doch nicht einbilden, daß ich Nachmittags um vier Uhr noch einmal auf den Markt gehe; übrigens gäbe es auch Nichts mehr auf dem Markte. Und ſelbſt wenn es Hühner gäbe, ſo könnte man ſie heute nicht mehr brauchen. Je⸗ dermann weiß, daß ein Huhn wenigſtens zwei Tage liegen muß um eßbar zu ſein.“
Der Chevalier hatte gute Luſt zu ihr zu ſagen:
„Ei, ſo gehen Sie doch zum Paſtetenbäcker an der Ecke und holen Sie dort einen Vol⸗au⸗vent


