Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ſaß, wie wenn er eine Sphinx geworden wäre, und warf ihm mit einer prächtigen Bewegung das Hühn⸗ chen zu.

Das Thier fing es im Flug auf, und ſtatt mit ſeinem Raub zu entfliehen, wie der Chevalier er⸗ wartete und vielleicht hoffte, nahm es ihn zwiſchen ſeine Pfoten und begann als Hund, der in ſeinem ſichern Rechte iſt, ihn augenſcheinlich mit einer Kraft zu zerſtückeln, welche der Solidität ſeiner Kinnbacken die größte Ehre machte.

Brapo, mein Junge, rief der Chevalier be⸗ geiſtert,ſo iſts recht, nur tüchtig eingehauen. Schön! da verſchwindet bereits der ganze Flügel; gut, ein Schlegel folgt nach, ganz gut, der andere; gut, der Kopf; jetzt das Gerippe. Du warſt alſo am Verhungern, mein armes Thier?

Und bei dieſem Gedanken ſtieß Herr de la Gra⸗ verie einen dicken Seufzer aus; denn die Idee der Seelenwanderung trat wieder vor ſeinen Geiſt und mit ihr das Bild des armen Capitäns.

Der Gedanke nun, daß Derjenige der unter ſeiner menſchlichen Hülle ſo freundlich gegen ihn geweſen, unter einer beliebigen andern Hülle und ganz beſonders in Geſtalt eines Hundes, der ſeine Kette zerriſſen hätte, um wieder zu ihm zu kommen, Hunger leiden könnte, dieſer Gedanke lockte ihm Thränen in die Augen.

Und Niemand kann ſagen, wie weit dieſer Ge⸗ danke den Chevalier hätte führen können, wenn er Zeit gehabt hätte länger dabei zu verweilen.

Aber er wurde gewaltſam herausgeriſſen durch ein wüthendes Geſchrei, das aus dem Erdgeſchoß kam.