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dieſem Bett lag eine menſchliche Geſtalt in ein Schweißtuch gehüllt; allmählig wurde dieſes Schweiß⸗ tuch durchſichtig und durch die Leinwand hindurch erkannte der Chevalier de la Graverie die gelben und abgemagerten Züge, die ſtarren Augen und den halboffenen Mund des Capitäns Dumesnil, und er hörte die Stimme ſeines Freundes, welcher deut⸗ lich die Worte ſprach:
„Wenn ich nicht anders die Seelenwanderung da oben an der Tagesordnung finde, in welchem Fall ich den lieben Gott auf beiden Knien bitten würde mir das erſte beſte Hundsfell anzuvertrauen, worin ich, gleichviel wo ich wäre, meine Kette zer⸗ reißen wollte, um wieder zu Dir zu kommen.“
Dann breitete ſich ein Leichenſchleier zwiſchen dem Chevalier und der Leiche des Capitäns aus, und die Viſion verſchwand im Nebel.
Der Chevalier ſtieß einen Schrei aus, wie wenn er in einen Abgrund hinabrollte; er erwachte und fand ſich im Erwachen an die Arme ſeines Lehn⸗ ſtuhls angeklammert.
„Daß dich der Has beiß!“ rief er, ſeine in kaltem Schweiß gebadete Stirne abtrocknend,„welch ein abſcheulicher Alp! Armer Dumesnil!“
Nachdem er dann noch eine Weile ſeine Augen auf den Platz geheftet, wo die Erſcheinung aufge⸗ taucht war, ſagte er:
„Er iſt es wirklich.“
Und wie wenn dieſe Ueberzeugung ihn beſtimmt hätte einen äußerſten Entſchluß zu faſſen, ſtand er auf und ſchritt haſtig nach dem Fenſter zu.
Dumas, Black. I. 14


