Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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empfand, vergaß er ſeinen Zorn; dann dachte er in Folge eines natürlichen Uebergangs an den armen Hund, der, nicht minder mißhandelt als er ſelbſt, wahrſcheinlich blos die blaſſen kraftloſen Strahlen einer Herbſtſonne hatte, um ſein ſeidenes Kleid zu trocknen.

Dieſer Gedanke veranlaßte den Chevalier de la Graverie, von dem Lehnſtuhle, wo er ſich ſo won⸗ nige Vergütung für die eiſige Douche gönnte, aufzu⸗ ſtehen; er ging ans Fenſter, hob ſeine Vorhänge empor und bemerkte das Thier, wie es ſchnatternd auf der andern Seite der Straße ſaß, an der Mauer des Gefängniſſes, das dem Hauſe des Herrn de la Graverie gegenüberſtand. Der unglückliche Hund ſchaute mit geſpitzten Ohren und einem Blick tiefer Wehmuth nach der Wohnung hinüber, auf deren Schwelle er ſo ungaſtlich empfangen worden war.

In dieſem Augenblick hob er, ſei es Zufall, ſei es Inſtinkt, den Kopf in die Höhe und bemerkte den Chevalier de la Graverie durch die Scheiben hindurch. Seine Phyſiognomie gewann jetzt einen verdoppelten Ausdruck und belud ſich mit ſchmerz⸗ lichen Vorwürfen.

Die erſte Regung des Herrn de la Graverie, dieſe Regung, der er nach dem Ausſpruch eines großen Diplomaten mißtrauen mußte, weil ſie die gute war, beſtand darin, daß er im Stillen ſein ganzes Unrecht gegenüber dieſem edeln Thier aner⸗ kannte; aber die langjährige Gewohnheit ſeine Sympathien zu bekämpfen ſiegte über den Reſt ſeines ehemaligen Gemüthes.

Ah bah! ſagte er laut und wie wenn er