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tres; aber in Chartres liegen meine Eltern und eine Schweſter, die ich ſehr liebte, begraben; unſere Familie hat da eine Gruft, wo ein leerer Platz übrig iſt; ſenke mich hinein und laß die Thüre über mir verſiegeln: ich bin der letzte in der Fa⸗ milie. Nach dieſer Ceremonie ſchließe Dich ab, lebe als alter Hageſtolz d. h. als Egoiſt; werde ein Gourmand, liebe mit dem Magen, aber liebe nicht mehr mit dem Herzen, nicht einmal einen Haſen, man könnte ihn Dir an den Spieß ſtecken. Ach, mein armer Dieudonné, Du haſt nicht das Zeug zum Lieben.“
Dumesnil ſank erſchöpft auf ſein Kiſſen zurück.
Nach einigen Minuten begann er zu deliriren.
Aber im Fieberwahnſinn ſchien eine Idee den Sterbenden zu verfolgen: die ſeiner Seelenwan⸗ derung. 3
Er widderholte:
„Hund... guter Hund... ſchwarzer Hund... Dieudonné!“
Man konnte alſo ſehen, daß in dieſem dahin⸗ ſinkenden Geiſt der letzte Gedanke noch vorhanden war, ſeinen Freund nicht zu verlaſſen.
Mittlerweile kam der junge Doctor zurück; er betrachtete dieß als eine Gewiſſensſchuld, weil er es verſprochen hatte.
Beim erſten Blick auf den Capitän begriff er, daß Alles aus war.
Dieudonné war, als er dieſes ängſtliche ziſchende Athmen, dieſes Röcheln, das dem letzten Seufzer vorangeht, hörte, ſchluchzend auf ſeine Knie geſun⸗ ken: er biß in ſeiner Verzweiflung in die Tücher


