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Gleichwohl raffte er mühſam alle ſeine Kräfte zuſammen und ließ mit ſterbender Stimme die Worte fallen:
„Dieudonné, Du tödteſt mich.“
Der Chevalier machte einen Sprung rückmwärts, dann ſank er mit gefalteten Händen auf ſeine Knie, rutſchte zu dem Bett heran und ſagte:
„Verzeih mir, Dumesnil, verzeih emir! Ich werde mich nicht mehr rühren, ich werde den Mund nicht mehr aufthun, ich höre Dir voll Andacht zu.“
Nun floſſen dicke ſchweigſame Thränen über ſeine Wangen herab.
Dumesnil ſchaute ihn einen Augenblick mit inni⸗ gem Mitleid an.
„Weine nicht ſo, mein armer Camerad: ich be⸗ darf meiner ganzen Kraft, um den letzten Gang zu thun, wie es einem Manne und einem Soldaten gebührt.... aber Dein Schmerz zerreißt mir die Seele.“
Dann fügte er mit ächt militäriſcher Feſtigkeit hinzu:
„Wir müſſen für dieſe Welt von einander ſchei⸗ den, Dieudonné.“
„Nein, nein, nein,“ rief Dieudonné,„Du wirſt nicht ſterben, das iſt unmöglich.“
„Gleichwohl mußt Du Dich darauf gefaßt hal⸗ ten, liebes altes Kind,“ antwortete der Kranke.
„Dich nicht mehr ſehen! Dich nicht mehr ſehen! Gott iſt nicht ſo grauſam,“ rief Dieudonné.
„Wenn ich nicht anders die Seelenwanderung da oben an der Tagesordnung finde,“ ſagte der


