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der Doctor die Ader des Kranken unterband, wie⸗ der zu ſich.
Der Aderlaß verſchaffte dem Capitän eine augen⸗ blickliche Erleichterung; aber gegen zwei Uhr Mor⸗ gens begann trotz Opium und Aether das Erbrechen.
Der Doctor warf dem Chevalier einen Blick zu, welcher ſagen wollte:„Das iſt es, was ich fürchtete.“
Der Chevalier begriff und ging hinaus, um nach Herzensluſt zu weinen.
Der folgende Tag verging unter abwechſelnden guten und ſchlimmen Symptomen.
Gleichwohl hatten gegen Abend die ſchlimmen Erſcheinungen gänzlich obgeſiegt.
Das Geſicht war purpurroth, das Schlucken bei⸗ nahe unmöglich; der Auswurf vom Erbrechen, der Anfangs gallig geweſen, war ſchwarz und rußartig geworden, auch konnte man darin leicht Theilchen von zerſetztem Blut erkennen. Der Doctor hatte den Verband vom Aderlaß abgenommen und einen ſchwarzen Ring um die Wunde her gefunden.
Er hatte den Chevalier bei Seite genommen und von dem verzweiflungsvollen Zuſtand ſeines Freundes in Kenntniß geſetzt, damit der Patient, der ſich noch beim vollen Bewußtſein befand, keine Zeit verlieren ſollte, wenn er teſtamentariſche Ver⸗ fügungen zu treffen hätte.
Der Doctor ſelbſt ſagte, er müſſe, wenn auch nur auf einige Stunden, nach ſeinem Schiff zurück⸗ kehren, wolle aber am folgenden Tag wiederkom⸗ men; er hinterließ dem Chevalier eine ſchriftliche Inſtruction, deren Hauptartikel darin beſtand, daß
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